Pflegeinnovationen zum Anfassen im Melanchthonhaus








Wie sieht die Pflege der Zukunft aus – und welche Rolle können neue Technologien dabei spielen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Evangelische PflegeHeimat ganz bewusst. Denn Pflege entwickelt sich weiter: Neue digitale und technische Möglichkeiten können Mitarbeitende unterstützen, neue Wege in Betreuung und Ausbildung eröffnen und dazu beitragen, gute Pflege auch in Zukunft zu gestalten.
Wie solche Innovationen ganz konkret aussehen können, zeigte der Besuch des Transfermobils von PflegeDigital@BW im Melanchthonhaus in Schwäbisch Gmünd. Einen ganzen Tag lang konnten Auszubildende, Mitarbeitende, Bewohner*innen und Angehörige verschiedene Pflegeinnovationen kennenlernen und vor allem selbst ausprobieren.
Am Vormittag gehörte das Transfermobil zunächst den Auszubildenden. Neben den Azubis aus dem Melanchthonhaus waren auch Auszubildende aus Fellbach, Schmiden und Hedelfingen dabei. Nach einer Einführung ging es direkt in die Praxis. Besonders gefragt waren die Alterssimulationsanzüge, Virtual Reality sowie Anwendungen aus den Bereichen Robotik und Künstliche Intelligenz.
Mit den Alterssimulationsanzügen lassen sich beispielsweise Einschränkungen der Beweglichkeit sowie des Sehens und Hörens nachempfinden. VR-Anwendungen wiederum ermöglichen es, unterschiedliche Situationen virtuell zu erleben. So wurden die verschiedenen Möglichkeiten moderner Technik unmittelbar erfahrbar. Dabei wurde neugierig getestet und diskutiert – und auch der gemeinsame Spaß kam nicht zu kurz.
Ein kleiner Publikumsliebling
Besonders angetan waren viele Teilnehmende von Moflin. Der kleine, fellbezogene und KI-gestützte Begleiter reagiert auf Berührungen und die Interaktion mit seinem Gegenüber. Durch sein weiches Fell und seine Reaktionen dauerte es nicht lange, bis Moflin gestreichelt und auf den Arm genommen wurde.
Am Nachmittag hatten zunächst die Mitarbeitenden des Melanchthonhauses und anschließend auch Bewohnerinnen und Angehörige Gelegenheit, die verschiedenen Technologien selbst auszuprobieren. Das Angebot wurde rege genutzt. Besonders interessant war die große Offenheit der Bewohnerinnen gegenüber den technischen Neuerungen. Es wurde ausprobiert, nachgefragt und gemeinsam darüber gesprochen, welche Möglichkeiten solche Entwicklungen für die Pflege der Zukunft bieten können.
Für Einrichtungsleiterin Monika Neu gehört genau diese Offenheit auch zum Selbstverständnis der Evangelischen PflegeHeimat: „Wir wollen die Pflege der Zukunft aktiv mitgestalten und offen für neue Ideen und Technologien sein. Entscheidend ist für uns dabei immer die Frage: Was bringt eine Innovation den Menschen – unseren Bewohnerinnen und Bewohnern ebenso wie unseren Mitarbeitenden? Der Besuch des Transfermobils war eine tolle Gelegenheit, neue Entwicklungen nicht nur kennenzulernen, sondern sie selbst auszuprobieren und miteinander darüber ins Gespräch zu kommen.“
Der Tag im Melanchthonhaus machte damit deutlich: Innovation in der Pflege beginnt nicht erst mit dem Einsatz einer neuen Technologie. Sie beginnt mit der Bereitschaft, Neues kennenzulernen, auszuprobieren und gemeinsam zu prüfen, was die Pflege von morgen sinnvoll unterstützen kann.