Gesprächsabend im Melanchthonhaus – Intimität im Pflegeheim

Das Bedürfnis nach Nähe, Geborgenheit und Berührung begleitet Menschen ein Leben lang. Es endet nicht mit zunehmendem Alter oder mit dem Einzug in ein Pflegeheim. Und doch sind Intimität und Sexualität im Alter Themen, über die häufig nur wenig gesprochen wird.

Das Melanchthonhaus in Schwäbisch Gmünd wollte genau das ändern und lud Angehörige und Bewohner*innen zu einem Informationsabend unter dem Titel „Nähe kennt kein Alter. Intimität im Pflegeheim.“ ein.

Moderiert wurde der Abend von Sarah Zeugner, Vorständin der Robody Foundation e. V. Dabei stand kein klassischer Fachvortrag im Mittelpunkt. Mit offenen Fragen bezog Sarah Zeugner die Teilnehmenden unmittelbar ein und regte zum persönlichen Austausch an. Eine davon lautete: „Wann haben Sie mit Ihrem Angehörigen das letzte Mal über Gefühle gesprochen?“

Daraus entwickelten sich offene Gespräche über Nähe, Bedürfnisse, Grenzen und Selbstbestimmung. Bewohner*innen und Angehörige ließen sich auf das sensible Thema ein und berichteten von eigenen Erfahrungen und Gedanken. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, auch Themen Raum zu geben, über die im Alltag häufig nur wenig gesprochen wird.

Für Einrichtungsleiterin Monika Neu war genau das ein wesentliches Anliegen des Abends:

„Wir möchten im Melanchthonhaus eine Kultur schaffen, in der die uns anvertrauten Menschen mit all ihren Bedürfnissen gesehen und ernst genommen werden. Dazu gehören auch Bedürfnisse nach Nähe, Berührung und Geborgenheit.“

Die Rückmeldungen der Teilnehmenden zeigten, wie groß der Bedarf an einem offenen und wertschätzenden Austausch ist. Viele bedankten sich bei Sarah Zeugner und der Einrichtungsleitung für den Abend und die Möglichkeit, auch sehr persönliche Fragen und Gedanken anzusprechen.

Der Informationsabend war damit ein erster Schritt, das Thema stärker ins Bewusstsein zu rücken und Gespräche darüber zu ermöglichen. Das Melanchthonhaus möchte einen Pflegealltag gestalten, in dem auch persönliche und intime Bedürfnisse ihren Platz haben – respektvoll, selbstbestimmt und ohne Tabus.